Musikunterricht mit Gesangsschwerpunkt in Klasse 5/6

„Singen macht Spaß, singen tut gut“ heißt es in einem Kanon von Uli Führe. Und nicht nur das: Gemeinsames Singen stärkt das Selbstbewusstsein, erhöht die Konzentrationsfähigkeit und schult das „Aufeinander hören“. Singen bietet außerdem die beste und einfachste Möglichkeit, Musik handlungsorientiert zu lernen und zu verstehen.

Deswegen haben wir uns dazu entschieden, im Musikunterricht der Orientierungsstufe das von Roland Bohlender und Gregor Müller entwickelte Konzept „Gesangsklasse“ als Schwerpunkt zu nutzen. Dieses stützt sich auf drei „Grundpfeiler“: Stimmbildung, Schulung der musikalischen Vorstellungskraft (Audiation) und das Singen von Stücken aus verschiedenen Epochen (Literatur). Im Unterrichtsablauf bedeutet das: Wir singen uns gemeinsam ein (das „Aufwärmen“), achten dabei auf gute Haltung und Atmung und machen verschiedenste Übungen für die Weiterentwicklung der Stimme und der Audiation. Im Anschluss daran werden verschiedenste Lieder gelernt, gesungen und eingeübt. Auch Einheiten zur Rhythmusschulung gehören zu jeder Musikstunde.

Um musiktheoretische Inhalte wie beispielsweise Tonleitern oder Notenwerte praktisch zu erarbeiten und erfahrbar zu machen, bedient sich das Konzept der Solmisations- und Rhythmussilben nach Zoltan Kodály. Auch andere musiktheoretische Themen werden vielfältig angewendet und mit verschiedenen Methoden vertieft – stets im Zusammenhang mit Gesang und praxisorientierten Übungen.

Der Unterricht mit Gesangsschwerpunkt bietet die Möglichkeit, das musikalische Potenzial der Kinder auszuschöpfen und ermöglicht einen praktischen und gefühlsbetonten Zugang zu allen Bereichen des Musikunterrichts der Orientierungsstufe.

Wer einmal den Unterricht mit Gesangsschwerpunkt erlebt hat, merkt, wie tiefgreifend dieser den Umgang mit Musik, das Musikverstehen und auch den Umgang mit sich und anderen verändert. Und wer den Mädchen beim Singen zuhört und sie beobachtet, der wird nicht nur feststellen, dass der Gesang und Verständnis für Musik sich weiterentwickelt, sondern auch, dass Uli Führe in seinem Kanon nicht gelogen hat: Singen fördert nicht nur ganzheitlich, es macht auch Spaß und tut gut – in vielerlei Hinsicht.