Mittwoch, 27. Mai 2026
Qualität gemeinsam sichern für die Zukunft der Schülerinnen

An der Maria-Ward-Schule in Landau und dem St.-Franziskus-Gymnasium und -Realschule in Kaiserslautern lernen insgesamt rund 1900 Schülerinnen aus Rheinland-Pfalz © SFGRS Kaiserslautern
Bistum Speyer plant freiwilligen Qualitätsbeitrag an Schulen ab Schuljahr 2027/2028 – Aufruf zu Solidarität und Mitverantwortung
Ab dem Schuljahr 2027/28 führt das Bistum Speyer an seinen katholischen Privatschulen einen freiwilligen Qualitätsbeitrag ein.
Das Bistum Speyer will seine Schulen langfristig sichern und zugleich ein weiterhin hochwertiges, christlich geprägtes Bildungsangebot gewährleisten. An der Maria-Ward-Schule in Landau und dem St.-Franziskus-Gymnasium und -Realschule in Kaiserslautern lernen insgesamt rund 1900 Schülerinnen aus Rheinland-Pfalz. Die Schulen stehen für ein klares Profil und eine werteorientierte Bildung.
„Es handelt sich um hervorragende Schulen, die wir auf Zukunft hin sichern wollen. Sie sind Leuchttürme der Bildung für Gesellschaft und Bistum“, betont Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann.
„Wir handeln vorausschauend und setzen auf die Solidarität der Eltern, um die reiche Vielfalt der Bildung zu erhalten“, sagt Dr. Irina Kreusch, Leiterin der Hauptabteilung Schulen, Hochschulen und Bildung im Bistum Speyer. „Dabei stützen wir uns auf vier Säulen: eine auskömmliche staatliche Refinanzierung, die Verantwortung des Trägers, Fundraising und Spenden sowie die Mitverantwortung der Eltern.“
Das Bistum Speyer ist Träger der beiden ehemaligen Ordensschulen, die das Bildungsangebot im Bistum ergänzen. Mit dem Land Rheinland-Pfalz führt das Bistum seit langem Gespräche über die Finanzierung privater Schulen. Kreusch verweist zudem auf anstehende Gespräche mit der neuen Landesregierung über eine auskömmliche staatliche Refinanzierung für alle freien Schulträger.
Der freiwillige Qualitätsbeitrag soll ab 01. August 2027 eingeführt werden, die Eltern in Landau und Kaiserslautern wurden bereits informiert. In anderen katholischen Schulen im Bistum Speyer sowie in weiteren rheinland-pfälzischen Bistümern werden vergleichbare Beiträge bereits erhoben oder vorbereitet. Die empfohlene Höhe des freiwilligen Beitrags liegt bei 90 Euro pro Monat.
„Gut ausgestattete Schulen und engagierte Lehrkräfte können wir nur sichern, wenn die Finanzierung auch langfristig gelingt“, sagt Kreusch. Das Bistum stehe weiter zur Finanzierung der Schulen, könne die steigenden Kosten für die profilierte Prägung aber nicht mehr allein ausgleichen. Der freiwillige Beitrag soll helfen, die Qualität der Schulen zu sichern. Er ist ein solidarischer Beitrag der Eltern für die Schulgemeinschaft.
Die Aufnahmebedingungen ändern sich nicht, auch der Schulbesuch ist nicht an die Zahlung des Beitrags gekoppelt. „So bleibt der Zugang zu unseren Schulen unabhängig von der finanziellen Situation der Familien offen“, sagt Hans Beitz, Leiter der Fachabteilung.
Die Mittel sollen ausschließlich der jeweiligen Schule zugutekommen. Parallel setzt das Bistum auf Fundraising und weitere Gespräche zur staatlichen Refinanzierung.
Zum Hintergrund:
Das Bistum Speyer investiert in seine Schulen. Mit Blick auf sinkende Kirchensteuereinnahmen hat die Diözesanversammlung des Bistums – im Rahmen eines Strategieprozesses – mit großer Mehrheit ein Rahmenkonzept verabschiedet. Dieses verfolgt das Ziel, den Bistumshaushalt ab dem Jahr 2030 nachhaltig ausgeglichen (also ohne Defizite) zu gestalten. In diesem Konzept werden katholische Schulen als „Segensorte“ bewertet, die in ihrer Profil- und Qualitätsentwicklung (christliche Ausrichtung, Schulseelsorge, Krisen- und Trauerarbeit, Prävention) trotz der sich verändernden Finanzlage unterstützt werden sollen.