Mittwoch, 14. Januar 2026

Besinnungstage katholische Religion

der 10. Klasse in Bad Dürkheim

Unsere drei Tage der Besinnung begannen an einem Mittwoch, als wir am Morgen zum Sankt Christophorus Jugendhaus aufbrachen. Als wir ankamen, ging die Spannung auch schon los. Das erste, was wir nach der Zimmereinteilung taten, war die hauseigene Kapelle aufzusuchen und die wichtigsten Dinge der Fahrt zu klären und ein Kennenlernspiel zu spielen. Danach gingen wir in unseren uns zugewiesenen Aufenthaltsraum und lernten die Gefühlsmonster kennen. Als nächstes hörten wir eine bildlich passende Insel-Traumreise und malten anschließend unsere ganz individuelle Gruppeninsel. Jede konnte etwas beisteuern, was ein einzigartiges Kunstwerk schuf. Nach einer Stärkung durch das uns zur Verfügung gestellte Essen und einer Freizeitphase ging es auch schon damit weiter, unseren ganz individuellen, vergangenen aber auch zukünftigen Lebensweg zu basteln. Es gab keine Grenzen, keine Einschränkungen und jede Menge gute Laune. Als die Zeit gekommen war, stellten wir uns unsere Plakate gegenseitig vor und erfuhren auf diesem Wege viel Neues, aber auch teilweise schon Bekanntes übereinander. Nach einer erneuten Stärkung durch das leckere  Essen versammelten wir uns zu einem wunderschönen Abendimpuls, gestaltet von Herr Lusch und Frau Reuther. Die Stimmung, welche dort herrschte, war entspannt, doch zugleich auch bedächtig. Was man nicht durch ein wenig Kerzenlicht, die richtigen Worte und vor allem die richtigen Menschen alles erreichen kann. Nach dieser Phase der Selbstfindung begaben wir uns in den Keller. Die Vermutungen und Gerüchte, was wir dort wollten, kursierten schon und nahmen die wildesten Formen an und das, obwohl wir eigentlich alle schon wussten, was passieren würde. Als uns gesagt wurde, dass wir unsere eigenen Gipsmasken erstellen durften, war die Aufregung groß. Während des Prozesses haben wir uns köstlich mit- und übereinander amüsiert. Durch den Quatsch, der neben der eigentlichen Tätigkeit passierte, wurde es sehr schwer, die Fassung zu wahren und nicht zu lachen, damit der Gips trocknen konnte. Mit guter Laune und vollgegipsten Klamotten wurden wir dann in unseren Abend entlassen. Dank der netten Geste seitens Herrn Lusch und Frau Reuther durften wir mehr oder weniger tun und lassen was wir wollten, ohne die wenigen vereinbarten Regeln zu brechen. So waren Spaß und Schlaf keine Grenzen gesetzt bis zum Klingeln des Weckers am nächsten Tag, welcher mit einem köstlichen Frühstück begann und mit ein wenig Freizeit weiterging, bis es zu unserem ersten Morgenimpuls in die Kapelle ging. Es folgte eine weitere Traumreise, welche dieses Mal einen Klumpen Ton und viele völlig verschiedene Bauwerke nach sich zog. Natürlich durfte eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema nicht fehlen und so fanden wir uns in kleinen Gruppen zusammen und redeten uns von der Seele, was uns dazu veranlasst hatte, genau dieses Motiv zum Leben zu erwecken. Es folgte das Mittagessen und gleich darauf ging es mit unseren kreativen Fähigkeiten weiter. Wir haben nämlich unsere am Vortag gebastelten Masken verziert und es war etwas ganz besonderes, sich mit sich selbst und anderen auseinanderzusetzen und trotz oder gerade wegen dieser Tiefe hat es sehr viel Spaß bereitet. Es war einfach eine tolle  Möglichkeit, man selbst zu sein, ohne viele Worte zu gebrauchen. Nachdem wir zu Abend gegessen hatten, gab es einen besinnlichen und schön gestalteten Abendimpuls und anschließend begaben wir uns auf eine äußerst schöne Nachtwanderung: Es war eine Erleichterung der Seele mit Gesprächen, welche weitaus tiefer reichten als das übliche “Hey, wie geht's?”. Doch auch dieser Tag musste irgendwann ein Ende finden. Uns blieb noch ein Tag der Besinnung und dieser begann mit dem wohl lästigsten Teil der Reise: die Koffer wieder nach unten zu tragen. Jene Anstrengungen waren nach dem leckeren Frühstück jedoch schon wieder vergessen und so ließen wir uns auf die letzten Punkte unseres Programms ein. Erst haben wir eine kleine Blütensammlung erstellt, doch was das war, erfahrt ihr jüngeren Schülerinnen noch früh genug. Darauf folgte eine warme Tellerdusche. Es war sehr schön zu sehen, was man über andere Positives denkt und umgekehrt auch, was andere über einen selbst Gutes denken. Zum Abschluss durfte natürlich eine Abschlussandacht nicht fehlen, welche wie immer wunderschön, befreiend und entspannend war. Als letzte offizielle Handlung wurde ein Gruppenfoto von uns allen gemacht und schon ging es etwas holprig nach Hause, mit einer befreiten Seele und einem glücklichen Herzen.

 

Text: Marie Jadwiga Dyjecinski, 10b