Mittwoch, 23. September 2026

Frauen bringen Frauen auf den Weg

Ehemalige Schülerinnen berichten über Studienwege, Berufserfahrungen, Entscheidungen, Umwege und Zukunftspläne

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Am Samstag, dem 19. September 2026, fand an unserer Schule eine Veranstaltung statt, die längst zu den ganz besonderen Höhepunkten unseres Schullebens gehört: Unter dem Titel „Frauen bringen Frauen auf den Weg“ kamen ehemalige und derzeitige Schülerinnen zusammen, um miteinander über Studienwege, Berufserfahrungen, Entscheidungen, Umwege und Zukunftspläne ins Gespräch zu kommen.

Organisiert wurde dieser außergewöhnliche Vormittag von unserer geschätzten Frau Dr. Pleus, die die Veranstaltung bereits seit vielen Jahren unter ihren Fittichen hat. Mit ebenso viel Herzblut wie Organisationstalent bringt sie immer wieder ehemalige Schülerinnen zurück an ihre alte Schule und schafft damit Begegnungen, die weit über eine klassische Berufsberatung hinausgehen. Frau Dr. Pleus ist aus unserem Schulleben ebenso wenig wegzudenken wie aus der Chemie – und vermutlich kennt auch sie kein Element, das Menschen so zuverlässig miteinander verbindet wie diese Veranstaltung.

Schon vor der offiziellen Eröffnung herrschte im Speisesaal eine ganz besondere Atmosphäre, denn für viele der ehemaligen Schülerinnen war die Rückkehr an ihre Schule zugleich ein großes Wiedersehen. Alte Freundinnen begegneten sich, Erinnerungen wurden ausgetauscht, vertraute Gesichter entdeckt und natürlich gab es viele herzliche Begrüßungen, fröhliches Lachen und angeregte Gespräche. Wer an diesem Morgen den Speisesaal betrat, spürte sofort, dass unsere Schule für viele weit mehr ist als ein Ort, an dem Unterricht stattfindet. Sie bleibt ein Stück Heimat, selbst wenn seit dem Abitur längst einige Jahre vergangen sind.

Unsere Schulleiterin Frau Brummer eröffnete die Veranstaltung und übergab anschließend den Staffelstab – in diesem Fall ganz praktisch in Form des Mikrofons – an Frau Dr. Pleus. Damit begann ein Vormittag, an dem beeindruckende Lebenswege, persönliche Erfahrungen und wertvolle Ratschläge im Mittelpunkt standen.

Insgesamt 66 ehemalige Schülerinnen, von denen einige mittlerweile sogar promoviert sind, waren als Referentinnen an ihre alte Schule zurückgekehrt. Manche befinden sich mitten im Studium oder im Referendariat, andere haben bereits viele Jahre Berufserfahrung gesammelt. Gemeinsam war ihnen allen die Bereitschaft, ihr Wissen weiterzugeben und den jungen Frauen unserer Schule offen und ehrlich von ihrem bisherigen Weg zu erzählen. Dabei ging es nicht nur um Studiengänge, Ausbildungswege und berufliche Anforderungen, sondern auch um die Fragen, die sich hinter den offiziellen Berufsbezeichnungen verbergen: Welche Fähigkeiten braucht man wirklich? Was sollte man mitbringen? Welche Herausforderungen warten im Alltag? Und was tut man, wenn der ursprünglich geplante Weg plötzlich doch nicht der richtige ist?

Die Referentinnen vertraten insgesamt 15 verschiedene Berufsfelder. Das Angebot reichte von Architektur und Bauingenieurwesen über Informatik, Pädagogik, Gesundheit und Finanzen bis hin zu Jura und zahlreichen weiteren Bereichen. Rund 100 Schülerinnen der Klassenstufen 9 (RS)/10 bis 13 nutzten die Gelegenheit, in diese vielfältigen Berufswelten einzutauchen. Sie konnten Fragen stellen, Erfahrungen aus erster Hand hören und Eindrücke gewinnen, die keine Broschüre und keine noch so ausführliche Internetseite vermitteln können. Denn hier berichteten Frauen, die selbst einmal in denselben Klassenräumen gesessen, vor ähnlichen Entscheidungen gestanden und vielleicht sogar dieselben Zweifel gehabt hatten.

Einige Schülerinnen brachten auch ihre Eltern mit, sodass ein lebendiger Austausch zwischen verschiedenen Generationen entstand. In der offenen und lockeren Atmosphäre wurden nicht nur Informationen vermittelt, sondern auch Mut gemacht, denn die Lebenswege der ehemaligen Schülerinnen zeigten eindrucksvoll, dass eine berufliche Laufbahn nur selten schnurgerade verlaufen muss. Manchmal führen gerade die unerwarteten Abzweigungen zu dem Ziel, das wirklich zu einem passt.

Was diese Veranstaltung so besonders macht, ist die enge Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Schule. Ehemalige Schülerinnen kehren zurück, um ihre Erfahrungen mit den jungen Frauen zu teilen, die heute dort stehen, wo sie selbst einst standen. Sie geben Wissen weiter, öffnen Türen und ermutigen dazu, den eigenen Weg selbstbewusst zu gehen. Damit greifen sie auf sehr lebendige Weise einen Gedanken auf, der unsere Schule seit ihrer Gründung prägt: Frauen stärken Frauen. So, wie Maria Ward einst junge Frauen auf den Weg brachte, unterstützen heute unsere ehemaligen Schülerinnen die nächste Generation dabei, ihre Fähigkeiten zu entdecken, Chancen zu ergreifen und mutig in die Zukunft zu schauen.

Zum Abschluss des Vormittags wartete noch ein weiterer Höhepunkt: Mit sichtlichem und völlig berechtigtem Stolz präsentierte Frau Dr. Pleus die neu gestalteten naturwissenschaftlichen Räume. Diese hatten eine umfassende Renovierung erfahren und zeigten sich nun im wahrsten Sinne des Wortes von ihrer glänzenden Seite. Vom neuen Mobiliar bis hin zu den modernen naturwissenschaftlichen Geräten ist alles bestens darauf vorbereitet, Neugier zu wecken, Forschergeist zu fördern und vielleicht schon heute die Wissenschaftlerinnen von morgen zu begeistern. Man darf wohl sagen: Nicht nur die ehemaligen Schülerinnen haben sich beeindruckend weiterentwickelt – auch unsere naturwissenschaftlichen Räume können sich mehr als sehen lassen.

„Frauen bringen Frauen auf den Weg“ war auch in diesem Jahr eine Veranstaltung, die jede Mühe wert war. Sie zeigte, wie stark das Netzwerk unserer Schulgemeinschaft ist und wie viel entstehen kann, wenn Frauen ihre Erfahrungen miteinander teilen, sich gegenseitig unterstützen und einander ermutigen. Wir danken Frau Dr. Pleus für ihr außergewöhnliches Engagement, Frau Brummer für die herzliche Eröffnung, dem Küchenteam für die Bereitstellung von Kaffee/Tee und Brezeln, den Kuchenbäckerinnen und vor allem den 66 Referentinnen, die mit ihrer Zeit, ihrer Offenheit und ihrer Verbundenheit zu unserer Schule diesen besonderen Vormittag möglich gemacht haben.

Unsere jungen Frauen auf ihrem Weg zu begleiten, ist eine große Aufgabe. Wie schön, dass dabei so viele Frauen vorangehen.

Text und Fotos: Sabine Trauthwein