Mittwoch, 29. Juni 2022

Wandelkonzert 2022

Im Gesamten ein rundum gelungener Abend der Superlative, nach einer langen Corona Pause.

Hier geht´s zur Galerie!

Ein freier, offener Himmel, wartende Menschen und die Vorfreude auf ein erlebnisreiches und ausdrucksstarkes Konzert. Endlich instrumentale Gesellschaft. Der Blick richtet sich auf die Terrasse des A-Baus, auf welcher man die Solistin Cosima Pietraß spielen hört. Das Stück, eine harmonische und friedliche „Syrinx für die Soloflöte“, komponiert von Claude Debussy, kennzeichnet den Anfang der notierten Musik.

„Inspirierend“, „vielfältig“ und „voller Freude“- so beschreibt der stellvertretende Schulleiter Herr Real das Wandelkonzert 2022. Am Mittwoch, den 22.06.22, beglückten die Schüler- und Schülerinnen der Musik Kooperations- LKs 11 und 12 das Publikum mit diversen Musikstücken, beginnend im eindrucksvollen Mittelalter, durch beinahe tausend Jahre Musikgeschichte, gekrönt von selbstkomponierten Pop-Meisterwerken. Durch den Abend geführt wurde das Publikum von Lara und Joshua, des LKs 12, sowie Rosa und Hanna des LKs 11.

Spannend begann das Programm im Mittelalter und im nächsten Moment traten beide Musik LKs als gemeinsames Ensemble, durch selbstständige, instrumentale Begleitung auf und begaben sich auf den Schulhof. Mit dem Stück „La Rotta“, in welchem die Trommel, wie das Tamburin besonders hervorstach, wurde eine besonders klangvolle, rhythmische und ausdrucksstarke Atmosphäre erzeugt. Passend zu unserem Baum im Schulhof folgte das Stück „Unter den Linden“, verfasst von Walther v. d. Vogelweide. Dieses wurde von Emelie, Sarah, Melissa, Rosa, Hannah, wie Joshua präsentiert und versetzte die Umgebung, wie uns Zuschauer, in ein altertümliches Flair. Nach dem Auftakt ging es weiter in die Kapelle mit „Gaudens in Domino“. Hier bildeten die Auftretenden einen Halbkreis, geöffnet zum Publikum. Dies, der a capella Gesang, sowie das Duett zwischen Rosa und Maria, aus dem LK 11, erzeugten eine klangvolle Aura, die das komplette Publikum zum Staunen brachte.

Es folgte die Renaissance, mit dem Stück „Mille regretz“, komponiert von Josquin Desprez, welches zweistimmig im Altarraum präsentiert wurde. Infolgedessen wurde dem Publikum das Orgelsolo „Sortie in D-Dur“, mit Joshua an der Orgel, präsentiert. Gekrönt wurde der Aufenthalt in der Kapelle durch das Saxophonduett von Yuliana und Hanna Regina. Sie spielten die Ukrainische Nationalhymne, machten somit auf die momentan herrschende Situation in der Ukraine aufmerksam und erregten das Publikum zum Nachdenken.

Nach einer kurzen Bewirtung durch die MSS12, ging es sogleich weiter im Programm und wir begaben uns in die Aula.

Inzwischen waren wir im Barock angekommen. Hier begeisterten Lotte, Rebecca und Lara das Publikum mit einem Menuett von Marin Marais. Voller Elan schaffte das Trio das Publikum für sie zu gewinnen. Des Weiteren schaffte es der wohl bekannteste Vertreter des Barocks ebenfalls ins Programm: Johann Sebastian Bach war nun angesagt. Es wurde der Krebskanon aus „Das musikalische Opfer“ aufgeführt. Das Besondere an diesem Kanon ist, dass dieser ein Palindrom ist und rückwärts identisch klingt, wie vorwärts. Dieser wurde von den gesamten Kursen gespielt.

Der nächste Punkt im Programm war die Romantik, die von zwei besonders beeindruckenden und fesselnden Stücken repräsentiert wurde. Einerseits das „Mandolinensolo: 2. Preludio, op. 49“, komponiert von Raffaelle Calance und gespielt von Emelie aus dem Musik-Lk 11. Andererseits das Duett „Concertino“ (Cecile Chaminade), aufgeführt von den Geschwistern Cosima und Laurids Pietraß. Beide Stücke hinterließen im Publikum einen Gänsehautmoment.

Nun wurde es spannend und moderner im Stil. Der Jazz, zu dessen charakteristischen Merkmalen besonders die Improvisation, unverwechselbare Klänge, aber auch Synkopierung gehören. Das Stück „Bachs Bouree“, komponiert von Rainer Butz, erfüllte diese Kriterien und brachte dem Publikum den altbekannten „Swing“ näher. Aufgeführt wurde dieses vom gesamten Kurs.

Mit diesem letzten Exkurs in moderne Kompositionsstrukturen und Stücke war die Reise in der Gegenwart angekommen und die jungen Komponistinnen und Komponisten konnten ihre selbstkomponierten Werke als Abschluss und Höhepunkt des Abends vorstellen. Insgesamt gab es zwei Gruppen, die dem gespannten Publikum, zu bereits fortgeschrittener Stunde, stolz nach der vollbrachten Arbeit, ihre Songs zu unterschiedlichen Themen und in verschiedenen Stilen präsentierten.

Insgesamt konnten die Zuschauer eine sehr abwechslungsreiche Reise durch die Musikgeschichte genießen. Bei jedem Stück wurde die Leidenschaft der Schülerinnen und Schüler für die Musik spürbar und es gab einige Momente, in denen das Publikum in atemloser Stille lauschte. Mit besonderem Beifall wurden die eigenen Kompositionen bedachte und auch am Ende des Abends gab es begeisterten Applaus für die jungen Musikerinnen und Musiker, wie Hr. Heumüller und Hr. Rosskopp.

Im Gesamten ein rundum gelungener Abend der Superlative, nach einer langen Corona Pause.

Text: Alexandra Fadeev