Klasse 5e Gewinner bei musikalischem Adventskalenderprojekt der Uni Mainz

An einem musikalischen Adventskalenderprojekt des „Collegium Musicum“ der Universität Mainz hat die Klasse 5e mit ihrer Lehrerin Frau Hörner teilgenommen. In der Vorweihnachtszeit konnten die Mädchen in den Fächern Musik und Deutsch jeden Tag über einen Link ein Türchen des Adventskalenders öffnen.

Präsentiert wurde dann je ein Stück des Komponisten Georg Philipp Telemann. Zu jedem Stück gab es Rätselfragen und eine kleine Schreibaufgabe: Jedes Instrument sollte ein Tier darstellen, das eine Geschichte erzählt. Aus dieser Schreibaufgabe entwickelte die Klasse eine Geschichte um vier Hühner (Violinen), die ihren Bauernhof verlassen sollen. Sie sind sehr traurig und holen sich daraufhin Rat von einem Wildschwein (Fagott), einem Hirsch (Orgel), einem Vogel (Traversflöte) und einem Kaninchen (Oboe). Gemeinsam mit dem Eichhörnchen (Blockflöte) haben die Hühner schließlich die rettende Idee: Der Bauernhof wird zu einem Kleintier-Zoo.

Die richtigen Antworten auf die Rätselfragen und besonders diese Geschichte beeindruckte die Jury, sodass die Klasse mit einer Hörspiel-CD und einer Urkunde für jedes Mädchen belohnt wird. Außerdem gibt es für die Schule einen Klassensatz Info-Hefte zu Georg Philipp Telemann.

Wandelkonzert 2020

Wandelkonzert 2020

Der A-Bau ist voll mit gespannt wartenden Menschen. Die Flurbeleuchtung erlischt, blaues Licht geht an, Nebel breitet sich aus.

Dann setzt düsterer Trommelschlag ein.

Der Chor versammelt, in Nebel gehüllt auf der Treppe.

Dramatisch, mit dem gregorianischen Choral „Alle psallite cum luya“, der die Anfänge der notierten Musik kennzeichnet, beginnt das Konzert.

Am Mittwoch den 05. Februar gestaltete der Musik LK 12, ein Kooperationskurs von MWS, MSG und OHG das Wandelkonzert, eine Reise durch die Musikgeschichte und auch durch die Maria-Ward-Schule.

Durch den Abend geführt wurde das Publikum von Annika Becker und Laurids Pietraß, die – zum Teil mit adrett passenden Requisiten.

Vom eindrucksvollen Beginn im Mittelalter ausgehend nahm der LK den Zuhörer mit durch beinahe tausend Jahre Musikgeschichte, gekrönt von selbst komponierten Pop-Songs.

Wandelkonzert 2020

Nach dem Auftakt ging es weiter in die Kapelle und damit in die Renaissance mit dem Madrigal (einem Vokalstück meist weltlichen Inhalts) „Weep, O Mine Eyes“, gefolgt von der Sonata „Pian‘ e Forte“ von Giovanni Gabrieli als Beispiel für die Venezianische Mehrchörigkeit. Musiziert wurde hierbei in Gruppen im Altarraum und auch auf der Empore, um den Zuhörern den für diese in Venedig entstandene Musikpraxis typischen Raumklang zu vermitteln.

Es folgte der Barock und natürlich darf da einer nicht fehlen, und zwar Johann Sebastian Bach.

Eingeführt wurde der Barock durch eine seiner technisch komplexen, melancholischen Partiten für Violine solo, musiziert von Alyssa Knoll. Im Anschluss folgte das Konzert für vier Violinen von Georg Philipp Telemann gespielt von Alyssa Knoll, Silvana Reuther, Jule Hirsch und Elisabeth Wilhelm.

Gekrönt wurde der Aufenthalt in der Kapelle mit einem Teil aus dem Choral „Jesu Meine Freude“ von J.S. Bach, gesungen vom gesamten Kurs und begleitet von Robin Völbel an der Orgel.

Wandelkonzert 2020

Danach ging es in die Aula, wo Annika und Laurids eine kurze Einführung in das weitere Programm mit näheren Erklärungen zu den Stücken gaben, die die Schülerinnen und Schüler für Klassik und Romantik, sowie Impressionismus ausgesucht hatten.

Die Klassik wurde repräsentiert durch einen ihrer bekanntesten Vertreter: Wolfgang Amadeus Mozart war nun angesagt. Zuerst war eines seiner sechs italienischen Streichquartette mit Elisabeth und Alyssa an den Geigen, Lovisa Matros am Cello und dem Gast Jonah Schlosser an der Bratsche zu hören. Dieses Werk schrieb Mozart auf einer seiner Italienreisen mit seinem Vater als er siebzehn Jahre alt war.

Das wütende und dennoch wehmütige Liebeslied „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“ mit Franziska Roos als Sopranistin und Robin Völbel als Begleitung am Klavier beendete die kurze Reise durch die Klassik; das Klaviertrio von Mendelssohn Bartholdy mit Klavier (Robin Völbel), Geige (Alyssa Knoll) und Cello (Lea Wiedekind) führte in die Romantik ein.

Es folgte kein bereits oft gehörtes Werk eines weltberühmten Komponisten wie Liszt, Schubert, Mahler, Grieg oder Beethoven, sondern die außergewöhnliche, anspruchsvolle Konzertetüde für Trompete (Jona Reiser) und Piano (Laurids Pietraß) von Alexander Goedicke aus dem Jahr 1934 mit virtuosen, sowie aufgewühlten Passagen.

Mit dem geistlichen Gesangsoktett „Bleibe, Abend will es werden“, einem Gebet, das der Komponist Albert Becker vertonte (es sangen Annika S., Elisabeth W., Annika B., Jona S., Jona R. und Herr Rosskopp), endete der Erste Teil des Konzerts mit andächtigen Gefühlen beflügelt.

Nach einer kurzen Pause mit Bewirtung durch die MSS12 ging es sogleich weiter mit dem Programm, das inzwischen beim Impressionismus angekommen war.

Hier begeisterte Robin Völbel das Publikum mit seiner Interpretation der „Triana“, einem von zwölf Stücken des Klavierzyklus „Iberia“ von Isaac Albéniz. Bekannt als virtuoses, technisch anspruchsvolles Meisterwerk sorgt der Zyklus maßgeblich für die Berühmtheit des katalanischen Komponisten und Pianisten Albéniz.

Nun wurde es spannend und modern im Stil. Tintinnabuli (von lat. tintinnabulum = „Klingel, Schelle“) ist ein eigener Kompositionsstil des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Von ihm spielten Elisabeth Wilhelm (Violine) und Kira Faath (Klavier) das 1978 geschriebene Stück „Spiegel im Spiegel“, welches ganz in diesem Musikstil verfasst ist. So hat die Geige die typischen Tonleiterbewegungen (aufwärts oder abwärts) und das Klavier spielt durchgehend gebrochene Dreiklänge.

Wandelkonzert 2020

Mit diesem letzten Exkurs in moderne Kompositionsstrukturen und Stücke war die Reise in der Gegenwart angekommen und die jungen Komponistinnen und Komponisten konnten ihre selbst komponierten Werke als Abschluss und Höhepunkt des Abends vorstellen.

Insgesamt gab es vier Gruppen, die dem gespannten Publikum zu bereits fortgeschrittener Stunde stolz nach der vollbrachten Arbeit ihre Songs zu unterschiedlichen Themen und in verschiedenen Stilen präsentierten.

Insgesamt konnten die Zuhörer eine sehr abwechslungsreiche Reise durch die Musikgeschichte erleben.

Bei jedem Stück wurde die Leidenschaft der Schülerinnen und Schüler für die Musik spürbar und es gab einige Gänsehautmomente, in denen das Publikum in atemloser Stille lauschte.

Mit besonderem Beifall wurden die eigenen Kompositionen bedacht und auch am Ende des Abends gab es begeisterten Applaus für die jungen Musikerinnen und Musiker und Herrn Rosskopp

(sowie natürlich für die Technik AG, die die Darbietungen durch Licht, Ton und Nebel tatkräftig unterstützte ;)).

Über tausend Jahren Musikgeschichte erleben

Wandelkonzert 2020

Am 05. Februar um 19.30 Uhr gestaltet der Musik-Leistungskurs 12 der Landauer Gymnasien ein besonderes Konzert in der Maria-Ward-Schule, bei dem die Zuhörer Werke aus über tausend Jahren Musikgeschichte erleben.

Gewandelt wird dabei nicht nur durch die Musikepochen, sondern auch durch das Schulgebäude (Beginn Gebäude A – Eingang Vogesenstraße). Es werden sowohl Ensemblestücke als auch zahlreiche solistische Beiträge zu hören sein. Als Höhepunkt präsentieren die Schüler ihre eigenen Songs, die sie im Schuljahr komponiert haben.

Musik-LK 12_2020

Ist das Musik oder kann das weg?

Wenn man als Kind anfängt, ein Instrument zu spielen, klingt das erstmal nicht nach Musik, sondern eher nach einer Reihe undefinierbarer und manchmal schmerzhafter Geräusche. Unser jahrelanges Üben und das Studieren von über 1500 Jahren Musikgeschichte im Musik-Leistungskurs hatten eigentlich immer zum Ziel, diese in möglichst musikalische Klänge zu verwandeln. Als wir aber in der 13. Klasse anfingen, uns mit Neuer Musik zu beschäftigen, wurde unser Verständnis von „musikalisch“ grundlegend erschüttert: Wir hörten Werke von Schönberg, Berg & co…. Und das war erst der Anfang! Auf deren Zwölftonmusik folgten Cluster, Klangcollagen und Vierteltöne. Noch mehr auf die Probe gestellt wurde unser traditionell geprägtes Gehör auf unserer letzten gemeinsamen Fahrt mit unserem Kurs nach Frankfurt. Dort beschäftigten wir uns vom 6.-8. Februar im Tonstudio der Hochschule unter der Leitung von Orm Finnendahl, Professor für Komposition und selbst zeitgenössischer Komponist, mit elektronischen Klängen. Die Ergebnisse präsentierten wir eine Woche später bei der Vorstellung „Drunter und Drüber“ in der Aula der Maria-Ward-Schule.

Als wir am Mittwochabend zum ersten Mal gespannt das Studio betraten, wurden wir bereits von Orm Finnendahl und drei seiner Kompositionsstudenten erwartet. Einer von ihnen, Camilo Bornstein, hat im Rahmen seines Studiums ein Vierteltonstück komponiert, welches einige von uns bereits geübt hatten und in den folgenden Tagen unter seiner Leitung perfektionieren würden. Um einen ersten Eindruck von elektronischen Kompositionen zu gewinnen, hörten wir aber zunächst ein Acht-Kanal-Stück: Acht um den Zuhörer positionierte Lautsprecher spielen verschiedene Klänge, die ein beeindruckendes Gesamtbild ergeben. Das Stück, welches wir hörten, ist ausschließlich aus Sprachaufnahmen entstanden. Der Komponist verarbeitete diese, indem er sie segmentierte und auf verschiedene Lautsprecher verteilte, sodass ein dreidimensionales Hörerlebnis entsteht.

Weiter in die Welt der elektronischen Klänge führte uns das Stück „Flock“ von Orm Finnendahl, bei dem in einer Computersimulation das Schwarmverhalten von Tieren dargestellt und in Klänge übersetzt wird. Beim Anhören kam irgendwann die zentrale Frage auf: Ist das Musik oder kann das weg? Im Laufe unserer Arbeit an eigenen Projekten würden wir immer wieder auf diese Frage stoßen.

Am nächsten Morgen begannen wir, an diesen zu arbeiten: Zu dem Motto „Drunter und Drüber“ hatte der Grundkurs Bildende Kunst aus der MSS12 zwei Kurzfilme gedreht, die wir vertonen sollten. Für einen der beiden Filme benutzten wir ein im Studio vorhandenes Klangverarbeitungsprogramm, das live Eingespieltes durch Überlagerung und Veränderung von Geschwindigkeit und Tonhöhe verfremdet. Dafür benutzten wir mitgebrachte Instrumente und experimentierten auch mit Gesang, Sprache und diversen Geräuschen. Für uns war es sehr spannend, diese Kompositionstechnik auszuprobieren und ihre Möglichkeiten kennenzulernen – Dennoch stießen wir auch auf die Grenzen dieser Methode, da man hier sehr an das Programm gebunden ist. Die Kreativität, die Musik ausmacht, war auf den ersten Blick nicht so präsent wie beim konventionellen Komponieren. Bereits im Vorfeld hatten wir uns aber kreativ mit Neuer Musik auseinandergesetzt und selbst in Gruppenarbeit eigene Stücke für unser Konzert kreiert. Am Nachmittag nutzten wir die Chance, von einem Professor für Komposition konstruktive Kritik und damit auch neue Denkanstöße zu erhalten: Orm Finnendahl hörte sich alle unsere Stücke an und gab uns sein professionelles Feedback.

Am Abend waren wir alle sehr beeindruckt und inspiriert von den neuen Erfahrungen und voller Ideen für unsere weitere Arbeit an den Projekten, trotzdem sehnten wir uns auch ein wenig nach uns vertrauterer Musik. Zum Glück besuchten wir ein Konzert in der Alten Oper Frankfurt: Dort erwarteten uns Werke von Johannes Brahms und Béla Bartók – Selbst dessen Musik, die für einige von uns zuvor doch etwas zu modern war, erschien uns plötzlich wie erlösende Harmonien.

Nachdem wir am Ende eines musikalisch vielfältigen Tages zur Jugendherberge zurückgekehrt waren, war der letzte Abend unserer Fahrt aber noch lange nicht zu Ende. Nach einem Abstecher in eine lokale Bar ließen wir den Abend noch gemeinsam in der Jugendherberge bei Spielen, Süßigkeitenresten und (natürlich nicht-alkoholischen) Drinks ausklingen.

In unseren letzten Stunden im Studio am nächsten Vormittag gingen wir zum kreativeren Teil über: Wir unterlegten den Film mit den zuvor aufgenommenen Klängen und konnten beim Konzipieren der Vertonung unsere Vorstellungen und Ideen umsetzten. Noch kreativer sollte es bei der Vertonung des zweiten Filmes werden. Wir überlegten uns ein Konzept nach dem wir die Bilder beim Konzert improvisatorisch in Musik umsetzen könnten. Die letzten Feinschliffe wurden auch beim Stück „Aggregation und Dispersion“ von Camilo Bornstein vorgenommen.

So konnten wir gut vorbereitet und voller Vorfreude auf unser Konzert in der nächsten Woche zurück nach Hause fahren. Die Beantwortung der Frage „Ist das Musik oder kann das weg?“ fällt uns trotz allem aber noch schwer: Wir sind uns immer noch nicht ganz einig, ob das Musik ist – aber weg kann es sicher nicht.

Text: Lena Dittrich und Tabea Brummer (MSS 13)
Bilder: Sabrina Schwind (MSS 13)