Wandelkonzert 2020

Wandelkonzert 2020

Wandelkonzert 2020

Der A-Bau ist voll mit gespannt wartenden Menschen. Die Flurbeleuchtung erlischt, blaues Licht geht an, Nebel breitet sich aus.

Dann setzt düsterer Trommelschlag ein.

Der Chor versammelt, in Nebel gehüllt auf der Treppe.

Dramatisch, mit dem gregorianischen Choral „Alle psallite cum luya“, der die Anfänge der notierten Musik kennzeichnet, beginnt das Konzert.

Am Mittwoch den 05. Februar gestaltete der Musik LK 12, ein Kooperationskurs von MWS, MSG und OHG das Wandelkonzert, eine Reise durch die Musikgeschichte und auch durch die Maria-Ward-Schule.

Durch den Abend geführt wurde das Publikum von Annika Becker und Laurids Pietraß, die – zum Teil mit adrett passenden Requisiten.

Vom eindrucksvollen Beginn im Mittelalter ausgehend nahm der LK den Zuhörer mit durch beinahe tausend Jahre Musikgeschichte, gekrönt von selbst komponierten Pop-Songs.

Wandelkonzert 2020

Nach dem Auftakt ging es weiter in die Kapelle und damit in die Renaissance mit dem Madrigal (einem Vokalstück meist weltlichen Inhalts) „Weep, O Mine Eyes“, gefolgt von der Sonata „Pian‘ e Forte“ von Giovanni Gabrieli als Beispiel für die Venezianische Mehrchörigkeit. Musiziert wurde hierbei in Gruppen im Altarraum und auch auf der Empore, um den Zuhörern den für diese in Venedig entstandene Musikpraxis typischen Raumklang zu vermitteln.

Es folgte der Barock und natürlich darf da einer nicht fehlen, und zwar Johann Sebastian Bach.

Eingeführt wurde der Barock durch eine seiner technisch komplexen, melancholischen Partiten für Violine solo, musiziert von Alyssa Knoll. Im Anschluss folgte das Konzert für vier Violinen von Georg Philipp Telemann gespielt von Alyssa Knoll, Silvana Reuther, Jule Hirsch und Elisabeth Wilhelm.

Gekrönt wurde der Aufenthalt in der Kapelle mit einem Teil aus dem Choral „Jesu Meine Freude“ von J.S. Bach, gesungen vom gesamten Kurs und begleitet von Robin Völbel an der Orgel.

Wandelkonzert 2020

Danach ging es in die Aula, wo Annika und Laurids eine kurze Einführung in das weitere Programm mit näheren Erklärungen zu den Stücken gaben, die die Schülerinnen und Schüler für Klassik und Romantik, sowie Impressionismus ausgesucht hatten.

Die Klassik wurde repräsentiert durch einen ihrer bekanntesten Vertreter: Wolfgang Amadeus Mozart war nun angesagt. Zuerst war eines seiner sechs italienischen Streichquartette mit Elisabeth und Alyssa an den Geigen, Lovisa Matros am Cello und dem Gast Jonah Schlosser an der Bratsche zu hören. Dieses Werk schrieb Mozart auf einer seiner Italienreisen mit seinem Vater als er siebzehn Jahre alt war.

Das wütende und dennoch wehmütige Liebeslied „Als Luise die Briefe ihres ungetreuen Liebhabers verbrannte“ mit Franziska Roos als Sopranistin und Robin Völbel als Begleitung am Klavier beendete die kurze Reise durch die Klassik; das Klaviertrio von Mendelssohn Bartholdy mit Klavier (Robin Völbel), Geige (Alyssa Knoll) und Cello (Lea Wiedekind) führte in die Romantik ein.

Es folgte kein bereits oft gehörtes Werk eines weltberühmten Komponisten wie Liszt, Schubert, Mahler, Grieg oder Beethoven, sondern die außergewöhnliche, anspruchsvolle Konzertetüde für Trompete (Jona Reiser) und Piano (Laurids Pietraß) von Alexander Goedicke aus dem Jahr 1934 mit virtuosen, sowie aufgewühlten Passagen.

Mit dem geistlichen Gesangsoktett „Bleibe, Abend will es werden“, einem Gebet, das der Komponist Albert Becker vertonte (es sangen Annika S., Elisabeth W., Annika B., Jona S., Jona R. und Herr Rosskopp), endete der Erste Teil des Konzerts mit andächtigen Gefühlen beflügelt.

Nach einer kurzen Pause mit Bewirtung durch die MSS12 ging es sogleich weiter mit dem Programm, das inzwischen beim Impressionismus angekommen war.

Hier begeisterte Robin Völbel das Publikum mit seiner Interpretation der „Triana“, einem von zwölf Stücken des Klavierzyklus „Iberia“ von Isaac Albéniz. Bekannt als virtuoses, technisch anspruchsvolles Meisterwerk sorgt der Zyklus maßgeblich für die Berühmtheit des katalanischen Komponisten und Pianisten Albéniz.

Nun wurde es spannend und modern im Stil. Tintinnabuli (von lat. tintinnabulum = „Klingel, Schelle“) ist ein eigener Kompositionsstil des estnischen Komponisten Arvo Pärt. Von ihm spielten Elisabeth Wilhelm (Violine) und Kira Faath (Klavier) das 1978 geschriebene Stück „Spiegel im Spiegel“, welches ganz in diesem Musikstil verfasst ist. So hat die Geige die typischen Tonleiterbewegungen (aufwärts oder abwärts) und das Klavier spielt durchgehend gebrochene Dreiklänge.

Wandelkonzert 2020

Mit diesem letzten Exkurs in moderne Kompositionsstrukturen und Stücke war die Reise in der Gegenwart angekommen und die jungen Komponistinnen und Komponisten konnten ihre selbst komponierten Werke als Abschluss und Höhepunkt des Abends vorstellen.

Insgesamt gab es vier Gruppen, die dem gespannten Publikum zu bereits fortgeschrittener Stunde stolz nach der vollbrachten Arbeit ihre Songs zu unterschiedlichen Themen und in verschiedenen Stilen präsentierten.

Insgesamt konnten die Zuhörer eine sehr abwechslungsreiche Reise durch die Musikgeschichte erleben.

Bei jedem Stück wurde die Leidenschaft der Schülerinnen und Schüler für die Musik spürbar und es gab einige Gänsehautmomente, in denen das Publikum in atemloser Stille lauschte.

Mit besonderem Beifall wurden die eigenen Kompositionen bedacht und auch am Ende des Abends gab es begeisterten Applaus für die jungen Musikerinnen und Musiker und Herrn Rosskopp

(sowie natürlich für die Technik AG, die die Darbietungen durch Licht, Ton und Nebel tatkräftig unterstützte ;)).