Thomas Gebhart besucht die MWS anlässlich des Holocaust Gedenktages

Am Mittwoch, dem 23.01. 2019 besuchte uns der seit 2009 per Direktmandat gewählte südpfälzische Bundestagsabgeordnete Thomas Gebhart, im kleinen Kreis des Geschichte Leistungskurses der Klassenstufe 11.
Dies geschah anlässlich des „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ am 27.01., um über die damaligen Geschehnisse, sowie aktuelle vergleichbare Strömungen in Politik und/oder Gesellschaft zu sprechen.

An diesem Datum im Jahre 1945 befreite die rote Armee (die Armee der Sowjetunion) das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau,das größte KZ der Zeit des Nationalsozialismus, das 1941 etwas von dem Stammlager Auschwitz entfernt gebaut wurde. Der 27.01. gilt so seit 1996 in Deutschland und seit 2005 weltweit als Gedenktag an alle Opfer des totalitären NS-Regimes, das neben Juden weitere Bevölkerungsgruppen wie Homosexuelle, Sinti und Roma, Behinderte und allgemein anders Denkende verfolgt, unterdrückt und ermordet hat.
Im Fokus des Gesprächs stand vor allem der persönliche Umgang mit radikalen Meinungen und Bewegungen von Heute.
Rechte Strömungen scheinen in Deutschland, sowie in Europa und der ganzen Welt wieder aufzukommen und sich zu summieren, was wir in unserem Gespräch bspw. an dem Umgang mit Flüchtenden, aber auch offene politische Bewegungen, sowie die Weltpolitik, die trotz Globalisierung doch scheinbar eher auf Isolation, Eigenprofit und geringere Zusammenarbeit
setzt (Handelsstreit, Uneinigkeit der EU, etc.), feststellen konnten.

Ein bestimmtes Ereignis, das sich hier in der Südpfalz abgespielt und dessen Nähe hier einige erschreckt hat, aber das für ganz Deutschland von Bedeutung wurde, war die Instrumentalisierung des tödlichen Messerangriffs von einem afghanischen Flüchtling an der 15 jährigen Mia in Kandel 2017.
In Thomas Gebharts Geburtsort versammelten sich Sympathisanten der Ansichten der rechten politischen Szene sowie Rechtsextremisten selbst, um gegen Migration und anderes zu hetzten. Einige Politiker der AfD beteiligten sich, durch Aufruf der AfD selbst, an diversen rechtspopulistischen Demonstrationen.
Als CDU Politiker und südpfälzischer Bürger (er ist, wie er sagt „seiner Heimat treu geblieben“ und wohnt in Jockgrim) nahm er ein einigen Gegendemonstrationen gegen Fremdenfeindlichkeit, unter anderem in der Bewegung „buntes Kandel“ teil. Als es zur Sprache kam, dass es sowohl extremistische Gruppierungen der einen Seite, als auch von der anderen gibt und diese scheinbar wachsen – nicht nur im Fall Kandel, sondern allgemein in der Politik und Gesellschaft -, wies Gerhart darauf zurück, dass er Extremismus, egal von welcher Seite, für nicht vertretbar halte.

Neben den Ereignissen in Kandel, ging es auch um den Élysée Vertrag (ein Bündnis zwischen Deutschland und Frankreich, das vor 55 Jahren für eine engere politische, sowie wirtschaftliche Zusammenarbeit und ein freundschaftliches Verhältnis gegründet, und 2019 von den Regierungschefs beider Länder, mit Besuch und Reden von Politikern anderer EU Ländern, erneuert wurde), da Thomas Gebhart an diverser Deutsch-Französischer Zusammenarbeit beteiligt ist und bei der Vertragsunterzeichnung in Aachen war.
Ebenfalls wurde das Thema UNO, ihr Einfluss in der Welt und Umweltpolitik angeschnitten, und Gebhart konnte einige Antworten liefern, da er in den 2000ern im Bereich Umwelt, Sicherheit und Energie bei BASF tätig und Umweltpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, sowie in einem Ausschuss der UNO tätig war.

Da für das gemeinsame Gespräch insgesamt nur knapp eine Schulstunde zur Verfügung stand, viele verschiedene Themen angesprochen wurden und wir einige Fragen hatten, konnten wir zwar viele beantwortet bekommen, jedoch nicht ausführlicher über bestimmte Themen sprechen und nur in kurze Diskussionen kommen.
Dennoch werden wir auch so an diesen Meinungsaustausch immer wieder anknüpfen können, über die Ereignisse des NS und die Aktualität von extremen Bewegungen diskutieren und versuchen, diese, zu Gunsten der Pluralität und Diversität in unserer Gesellschaft, nie aus dem Gedächtnis zu verlieren.

Als Resumée können wir ein interessantes und aufklärerisches Gespräch ziehen, das man als Anreiz nehmen kann, die eigene Meinung und Ansichten, sowie die der anderen immer wieder zu hinterfragen und genauer darüber nachzudenken/nachzuvollziehen.

Wir hoffen, dass unsere Schule mehr von solchen politischen Gesprächen führen darf, ob es nun den Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus oder anderem als Hintergrund hat, denn wir erachten es als wichtig, sich über die verschiedenen Geschehnisse in der Politik, generell, sowie von verschiedenen Quellen zu informieren, um sich schlussendlich eine eigene Meinung bilden zu können.

Bei Anmerkungen, Fragen oder anderem findet man hier die Internetseite von Thomas Gebhart oder erreicht ihn per E-Mail.