Fahrt der MSS 11 nach München

Mit dem Ende des Schuljahres näherte sich auch die alljährliche naturwissenschaftliche Exkursion der MSS 11 in die schöne bayrische Landeshauptstadt München. Dorthin brachen wir am Morgen des 20. Juni gegen 8:30 mit zwei Reisebussen auf.

Nach 5 Stunden Fahrt, unterbrochen von einer Pause in der ersten Feng-Shui-Raststätte Deutschlands, erreichten wir Schloss Nymphenburg. Dieses hielten wir fälschlicherweise für unser eigentliches Ziel, die Maria-Ward-Schule München. Fasziniert wie wir von dem barocken Gebäude mit seinen verzierten Fassaden waren, entstand der kollektive Entschluss, nach Nymphenburg umzusiedeln um die Schule zu wechseln. Zwar fanden wir kurz darauf hinaus, dass diese sich „nur“ in einem Nebengebäude des Schlosses befand, jedoch nicht minder schön war. Dies wurde uns nach einer kurzen Begrüßung und Einführung in die Geschichte unserer Münchner Schwesternschule durch deren urbayrischen Direktor und bei Führungen durch die Räumlichkeiten immer bewusster. Diese wurden von Schülerinnen, ebenfalls aus der 11. Jahrgangsstufe, geleitet.

Voll von neuen Impressionen waren wir zwar beeindruckt, jedoch auch froh, als wir am frühen Abend unser Hostel erreichten und uns beim Abendessen stärken konnten. Danach konnte uns selbst die Müdigkeit nicht abhalten, auf Streifzug durch die Innenstadt zu gehen: Wenige S-Bahn-Stationen später standen wir auch schon mitten in der Fußgängerzone, wo uns die sommerliche Großstadtatmosphäre – vollendet durch Straßenmusik, erfrischendes Eis und co. – auf die nächsten zwei Tage einstimmte, die wir aufgeteilt in Biologie-, Chemie-, und Physikkurse verbrachten.

Am darauf folgenden Morgen brachen am frühesten die Biologinnen (und Herr Gärtner als einsamer Biologe) zum „Naturparadies LBV München“ auf, um ihren Blick für die Tier- und Pflanzenwelt zu weiten. Dort wurden, nach dem Errichten eines Sonnensegels zum Schutz vor Hitze und Sonnenbrand, Gewächse und Insekten bestimmt. Bald darauf begann auch schon der kulinarische Höhepunkt des Tages: Mit diversen Kräutern wurden Quark und Butter veredelt und anschließend genüsslich verzehrt. Frisch gestärkt folgte der Tierpark Hellabrun als nächste Station der Exkursion. Dort konnte die Zeit frei auf das Bearbeiten eines Arbeitsauftrags zu Tieren aus verschiedenen Ökosystemen und eigenständigen Erkunden des Parks aufgeteilt werden, bevor die Rückfahrt in die Innenstadt zum Treffen mit den anderen Gruppenangetreten wurde.

Im dortigen Deutschen Museum hatten die Physikerinnen (und Herr Scharping als einsamer Physiker) ihren ersten Exkursionstag verbracht. Zwischen Zeit zum Freien Erkunden des Museums, insbesondere der physikalischen Abteilung, gab es immer wieder spannende Programmpunkte: Als erstes erwartete uns einer wortwörtlich „coole“ Vorführung mit flüssigem Stickstoff, welcher aufgrund seiner enormen Kälte von -196° C erstaunliche Auswirkungen auf Stoffe wie Wasser, Kunststoff oder Papier hatte, wie beeindruckende Versuche zeigten. Bald darauf folgte das „Mikroskopische Theater“: Hier wurden

verschiedene Mikroskope vorgestellt, wobei der Fokus auf dem Rasterelektronenmikroskop lag, das dank seiner sehr hohen Auflösung in vielen verschiedenen Bereichen Verwendung findet. Nachdem wir erfahren hatten, wie mit Hilfe eines Elektronenstrahles Bilder entstehen, konnten wir diese in Form von Aufnahmen von winzigen Tieren bewundern, bevor wir uns in der Mittagspause für eine Rallye im Astronomie-Bereich stärkten. Dort setzten wir uns unter anderem mit Galaxien, Sternen und Eigenschaften des Lichts, welches diese ausstrahlen, auseinander. Danach beendeten auch die Physikerinnen ihren erfüllten Tag im Deutschen Museum.

Am spätesten an diesem Tag waren die Chemikerinnen (und Herr Koch als einsamer Chemiker – die Männerquote hält sich konstant) um 8:30 aufgebrochen – obwohl Trägheit ja eher als physikalisches Gesetz bekannt ist. Umso aktiver wurde die Gruppe dann in der TU München: Dort stellte sie selbst Mozzarella her. Nach dem genüsslichen Verzehr ebendessen wurde von Studenten über den Campus und durch die Universität geführt. Darauf folgte eine Führung durch die Forschungsbrauerei Weihenstephan, in welcher verschiedene Verfahren zur Herstellung von Bier getestet und erforscht werden. Da diese Brauerei in der Lage ist, alle existierenden Verfahren durchzuführen, folgte als besonderes Highlight und Abschluss des Ausflugs eine Verkostung diverser Biersorten.

Nachdem die gesamte Stufe wieder zusammengefunden hatte, genossen wir in Kleingruppen in der Stadt den letzten Abend unserer Fahrt und freuten uns, den nächsten Tag gemeinsam im Deutschen Museum zu verbringen.

Am nächsten Morgen mussten wir bereits um 8:00 Uhr unsere Zimmer geräumt haben, um die Koffer im Bus zu verstauen und zum Museum aufbrechen. Dort hatten der Biologie- und Chemiekurs die Möglichkeit, die „flüssig Stickstoffvorführung“ sowie das „Mikroskopische Theater“ zu besuchen, während die Physikerinnen durch verschiedene Physik- und Technikabteilungen geführt wurden und sich an diversen elektronischen Musikinstrumenten ausprobieren konnten. Besonders beeindruckend war die anschließende Vorführung mit Starkstrom, die alle gemeinsam besuchten. Dort wurde mit Spannungen von bis zu einer Million Volt gearbeitet und Blitze von enormer Lautstärke erzeugt. Besonders beeindruckend war der Faraday’sche Käfig, bei dem ein Mitarbeiter des Museums uns ganz entspannt aus einem unter Starkstrom stehenden Käfig zuwinkte. Bald darauf neigte sich unser Besuch im Deutschen Museum auch schon dem Ende zu und nachdem wir noch ein letztes Mal das sonnige Wetter in der Innenstadt genießen konnten, traten wir voll von neuen Eindrücken die Heimreise zurück in die schöne Pfalz an.

Text: Tabea Brummer, Lena Dittrich
Bilder: Sabrina Schwind